Für die Folierung muss der Lack absolut Fehlerfrei sein. Wegen der Originalität, soll der alte Lack allerdings nicht überlackiert werden.
Stellen mit Lackplatzern werden erst einmal mit einer 3M Rotex Bristle Disk, einer rotierenden Bürste mit Granulat Partikeln in den Borsten. Mit dieser Bristle Disk, lassen sich Lack und Rost perfekt entfernen. Eventuell muss die Gradation der Disk noch einmal gewechselt werden, um die letzten feinen Korrosionsporen zu entfernen. Im nächsten Schritt wird auf die blanke Stelle eine Rost verhindernde Spachtelmasse aufgetragen. Diese Anti-Rost Spachtelmasse verschließt die Poren und verhindert eine neue Korrosion am Blech. Mit einem Exzenterschleifer und einem P240 Papier wird die Stelle in Form geschliffen. Zurück bleibt eine sehr dünne Schicht des Anti-Rost Materials. Um noch eventuelle Unebenheiten auszugleichen wird dünn eine Feinspachtelmasse aufgetragen. Nun wiederholt sich der Schleifvorgang mit den Schleifscheiben P240 und P400.
Nun wird eine Grundierunge aufgetragen und geschliffen und anschließend der entsprechende Lack beilackiert. Diese Schritte zeigen wir hier nicht, da sie in der Lackierkabine ausgeführt wurden. Der neue Lack muss nun erst einmal mehrere Tage trocknen.
Nun beginnt die eigentliche Lackaufbereitung. Der alte stumpfe Lack wird erst einmal komplett mit einem P1200 Schleifpapier nass abgeschliffen. Der Vorgang, der die größten Lackfehler und die ganzen kleinen Kratzer entfernt. Alter Lack wirkt vor allem stumpf, da der Lack an der Oberfläche große Poren und feinste Lackkratzer aufweist. Diese Lackunebenheiten reflektieren das Licht in unterschiedlichste Richtungen. Bei unserem Volkswagen Käfer handelt es sich bei dem Lack um einen Einschicht Lack ohne Klarlack. Ein solcher Lack ist grundsätzlich weicher und entsprechend empfindlicher. Bevor man aber den Lack in unser gezeigten Form aufbereitet, sollte die Schichtstärke gemessen werden, damit der Lack nicht eventuell durchgeschliffen wird.
In großzügigen, gleichmäßigen Zügen wird der Lack unter leichtem Druck abgeschliffen. Es reicht in der Regel nur drei bis vier Mal über eine Stelle zu fahren, denn es folgen noch weitere Schliffe. Der Lack ist nun entsprechend durch den Grundschliff vorbereitet, folgt ein Nass-Schliff mit einer weichen P3000 3M Trizact Fine Finishing Schleifscheibe. Der Lack wird mit einer Spühflasche angefeuchtet und mit einem Festool Exzenterschleifer mit einem 3mm Schwung geschliffen. Diese Schleifscheibe trägt nur noch ganz feine Partikel ab. Auch hier genügen 2 bis 3 Durchgänge. Der Lack wirkt nun schon wesentlich glatter und alle Unebenheiten sind beseitigt. Wir verwenden nun noch eine weitere Schleifscheibe, das weiche 3M Hookit Trizact 6000 Feinschliffpad, mit dem der Lack einen allerletzten Nass-Schliff erhält. Mit einem weichen Tuch werden nun alle Schleifreste entfernt.
Zum Abschluss wird nun der Lack mit einem Winkelpolierer und einem 3M Perfect-it III Poliershwamm aufpoliert. Die 3M Perfect-it III Schleifpaste wird nun in kleinen Punkten auf den Schleifschwamm aufgetragen. Die Poliermaschine wird flach aufgelegt und mit leichtem Druck über den lack geführt. Die Umdrehungszahl des Winkelpoierers sollte zwischen 800 und 1200 U/min liegen. Der Poliervorgang wird zügig und in großen Zügen ausgeführt. Es wird immer nur ein Teil des Fahrzeugs aufpoliert. Nach dem Aufpolieren wird der Festool Politurentferner aufgetragen und die Rückstände der Politur mit einem sehr weichen Tuch entfernt.
Im Side by Side Vergleich erkennt man deutlich die Verbesserung der Lackoberfläche. Nun ist der Lack fertig für die Folierung. Übrigens darf für eine Folierung keine silikon- oder wachshaltige Politur verwendet werden.
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Im oberen Teil des Federbeins hatte sich sehr viel Schmutz angesammelt, der zuerst einmal gelöst und herausgewaschen werden musste. Alle Teile müssen im nächsten Schritt gründlich gereinigt und entrostet werden, denn für das Pulverlackieren muss die Oberfläche des Teils absolut lack-, rost- und fettfrei sein. Eine unzureichend ausgeführte Oberflächenvorbereitung kann zum Ablösen des Pulverlacks führen oder Krater bilden, in denen sich wieder Rost bildet.
Deshalb wurden alle Teile zuerst einmal mit dem Monti Stabblaster komplett entrostet und anschließend komplett entfettet. Nur leicht betroffene Oberflächen wurden mit der 3M Bristle Disc bearbeitet. Auch damit erreicht man ein sehr gutes Resultat und eine blanke Oberfläche.
Für die weitere Bearbeitung der Teile müssen alle Gewindeöffnungen, Bohrungen und Flächen, die einer Druckverschraubung dienen, geschützt werden. In die Gewinde werden beidseitig entsprechende Schrauben eingesetzt. Die Flächen werden entweder abgeklebt oder durch eine große Beilag Scheibe geschützt.
Da wir ganz sicher gehen wollen, dass keinerlei Rückstände vorhanden sind, werden alle Teile noch einmal mit feinem Korund gestrahlt. Bevor man die Teile strahlt, sollte jeglicher Schmutz, Fett- und Ölrückstand entfernt sein, denn diese Rückstände im Strahlgut können die Oberfläche erneut verschmutzen.
Jetzt können die Teile Pulverlackiert werden. Dazu wird jedes Teil einzeln in die Pulversprühkabine aufgehängt. Die einzelnen Teile fassen wir nach dem Sandstrahlen nur noch mit medizinischen Einmalhandschuhen an, damit kein Fett von den Fingern auf die Oberfläche gelangt. Nach dem Sandstrahlen wird dia Oberfläche noch mit Bremsenreiniger benetzt und final entfettet.
Das Pulverbeschichten führen wir beim MakerSpace der UnternehmerTUM in Garching bei München durch. Hier können Mitglieder nach einer kurzen Einweisung alle Geräte, wie auch die Pulverbeschichtungs-Kabine und den Ofen benutzen.
Pulverbeschichtung geschieht durch eine elektrostatische Aufladung. In der Pulversprühpistole werden die Pulverlackpartikel durch eine Hochspannung von 30 bis 100 KiloVolt ionisiert. Dies geschieht in einem Kanal der ring- oder spiralförmig an der Spannungsquelle vorbeiläuft. Die geladenen Partikel werden durch Druckluft beschleunigt und über die Flachstrahldüse in einer Wolke verteilt. Die umgebene Luft wird dadurch ebenfalls geladen. Da das Werkstück geerdet ist, nimmt diese die geladenen Partikel auf. So lange, bis die Ladung nicht mehr durch die aufgetragene Schicht hindurchdringen kann. In diesem Fall entlädt sich das Pulver und fällt herunter. So lässt sich die Schichtstärke steuern. Die richtige Applikation erfolgt in dem ausgeprägtesten Bereich der Pulver-Wolke. Nimmt man die Pulverlackierpistole zu weit vom Objekt weg, kann es passieren, das sich das Pulver auf die Person absetzt, die lackiert, da in diesem Moment sie die größere statische Aufladung hat.
Die pulverlackierte Schicht liegt in der Regel etwa bei einer maximalen Schichtdicke von etwa 60 bis 150 µm. Die Dichte ist an den Kanten und Rändern meistens höher. Ein Vorteil für den Rostschutz, jedoch ein Nachteil bei einer erwünschten Passgenauigkeit. Daher die eingangs erwähnten Vorbereitungen an Gewinden, Bohrungen und Passflächen.
Nachdem das Pulver aufgetragen wurde, muss das Werkstück in den Ofen und dort eine vorgegeben Zeit verweilen, damit sich das Pulver einbrennt. In unserem Fall teilweise 40 Minuten bei 200 ° Celsius. Je dicker das Werkstück, desto länger die Brennzeit, denn das Metall muss sich erst einmal durchgehend erhitzen.
Nach dem Abkühlen ist das Werkstück nun fertig für die Montage. Die nächsten Jahre dürfte so das Fahrwerk gut vor Rost geschützt sein.
Zuerst wird die defekte Lackstelle leicht angeschliffen. Eventueller Rost am Blech muss großzügig entfernt werden. Im nächsten Arbeitsschritt wird etwas Polyester-Spachtelmasse aufgetragen. Überschüssige Spachtelmasse wird bevor diese völlig ausgehärtet ist, mit einem scharfen Skalpell vorsichtig abgeschnitten. Ist die Spachtelmasse durchgehend ausgehärtet, kann mit feinem Schleifpapier die Stelle glatt geschliffen werden. Das Schleifen muss trocken erfolgen, denn Polyesterspachtel ist hydrostatisch und saugt das Wasser ein. Dies ist für die anschließende Lackierung sehr ungünstig, da der Lack an dieser Stelle nicht mit dem Untergrund bindet und Blasen bildet.
Nach dem feinen Abschleifen der Stelle ist die Basis für die Lackierung geschaffen. Die Stelle kann entweder mit einem kleinen Pinsel und der entsprechenden Farbe ausgebessert werden, oder auch mit einer kleinen Airbrush.
In kalten Räumen ist es ratsam, die zu behandelnde Stelle mit einem handwarmen Föhn vorzuwärmen.
Mit der mit dem Pinsel gestupften Farbe kann auch ein ausreichendes Ergebnisse erzielt werden. Wichtig ist es, die Farbe nach dem Trocknen mit einem feinen Nass-Schleifpapier der Körnung 1000 zu schleifen. Ist die Stelle glatt, wird mit einem 4000er Nass-Schleifschwamm und einem Schleifpilz die Stelle nochmals bearbeitet.
Der Auftrag mit einer Airbrush ist wesentlich feiner und erzeugt einen besseren Verlauf. Alle Fahrzeugteile, die nicht lackiert werden sollen, werden entsprechend abgeklebt. Für die Airbrush muss der 2K Lack etwas mehr verdünnt werden. Am besten wird die richtige Verdünnung erst einmal an einem anderen Testblech ausprobiert. Zu dicker Lack verstopft die Düse, zu dünnflüssiger Lack läuft sehr schnell und deckt nicht ausreichend ab.
Der Lack wird in weichen sanften Bewegungen aufgetragen. Die Distanz zur Oberfläche beträgt in etwa 10 bis 15 cm. Dies ist aber abhängig von der Größe der Düse.
Der Lack wird in mehreren Schichten aufgetragen. Nach dem Trocknen wird auch hier der Lack nochmals mit einem sehr feinen Schleifschwamm nass abgeschliffen.
Die Stelle wird nun mit einem weichen Tuch gereinigt. Mit einem Rotationspolierer, wie beispielsweise dem SHINEX RAP 150, wird der Lack auf Hochglanz poliert. Dies geschieht in verschiedenen Stufen und unter Beachtung einiger Grundlagen. Der Polierschwamm (orange) wird auf den Rotationsteller aufgelegt. Das Poliermittel wird auf den Schwamm aufgetragen. Der erste Polierdurchgang erfolgt mit einem gröberen 6000er Poliermittel. Wird der Polierschwamm auf dem Lack aufgelegt, sollte die niedrigste Stufe des Rotationspolierers eingestellt sein. Der Polierdurchgang wir so oft wiederholt, bis die Schleif-Riefen vollständig beseitigt und der Glanzgrad wieder hergestellt ist. Der Lack darf nicht überhitzt werden. Der Vorteil an einem professionellen und hochwertigen Poliergerät, im Vergleich zu günstigeren Winkelschleifern, liegt in der Möglichkeit, das Gerät stufenlos und weich regeln zu können. Es läuft sanft in den untersten Umdrehungsbereichen rund um die 1000 U/ min an und lässt sich stufenlos hoch regeln.
Zum Schluss wird mit einem schwarzen weichen Polierschwamm und einer 11000er Paste die Fläche auf Hochglanz poliert.
Reste der Polierpaste können mit einem weichen Lappen beseitigt werden. Die Lackstelle ist nun wieder glänzend und es ist nichts mehr von dem Lackfehler zu sehen.
Sehen Sie hier das exklusive Video über die Aufbereitung eines Verwitterten Oldtimer Lacks
Bei dem BMW 2000 ist der Lack durch die lange Standzeit in der Sonne und einer Scheune stark verwittert und stumpf.
Im ersten Schritt wollten wir mit einem Fachmann, dem Aufbereiter Herrmann in München, herausfinden, ob der Lack zu retten ist und für die späteren Lackarbeiten vorbereitet werden kann. Um den Zustand des Lacks zu beurteilen, wird zuerst eine kleine Fläche des Lacks abgeklebt und behandelt.
Als Werkzeuge und Aufbereitungsmittel dienen ein Exzenterschleifer, ein Textil-Schleifpad, ein weicher Schaumgummi-Aufsatz, eine abrasive Politurpaste von Festool und ein Polierpad.
Begonnen wird mit dem Abschleifen der abgeklebten Stelle. Dazu wird das Feine Schleifleinen auf den weichen Schaumgummi-Aufsatz des Exzenterschleifers aufgelegt. Diese Schleifleinen werden zum Trockenschliff verwendet. Ihre Körnung entspricht etwa einem 1000er Schleifpapier. Beim Schleifen wird kein Druck auf die Maschine ausgeübt. Das Schleifleinen trägt nur eine minimale Schicht des Lacks ab und glättet die Oberfläche. Der Exzenterschleifer ist auf Grobschliff eingestellt.
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Ist die Oberfläche geglättet, wird auf das Polierpad etwas von der Festool MPA5000 Speed Cut Politur aufgetragen. Die Politur wird mit einem Holzspatel oder dem Finger gut verstrichen, bis die gesamte Politur im Pad eingedrungen ist. Die abgeschliffene Stelle wird nun mit der Politur aufpoliert. Es dauert nicht lange und schon ist die Stelle hochglänzend und sehr glatt. An diesem Punkt ist klar, dass dieser Lack noch in einem guten Zustand ist und komplett aufbereitet werden kann. So werden nun Kofferraum- und Motorhaube in diesem Verfahren aufbereitet.
Die seitlichen Flächen des BMW 2000 können dadurch, dass sie nicht so extrem abgelagertem Schmutz ausgesetzt waren, nur mit der Speed Cut Politur aufpoliert werden. Diese Stellen werden mit einer Poliermaschine und einem mittelharten Pad aufpoliert. Mit großzügigen weichen Bewegungen wird das Pad über den Lack geführt. Sehr schnell tritt der Glanz des Lacks ein. Auch erkennt man durch das Aufpolieren sehr bald die Stellen, die später in kleinster Detailarbeit repariert werden müssen.
Im Vorher- Nachher Vergleich erkennt man sehr gut die Unterschiede zwischen dem verwitterten und dem aufpolierten Lack.
Sehen Sie hier das Video über das Schleifen nach dem Spachteln.
Daher wird von dem aufgetragenen Spachtel etwa 70% wieder abgeschliffen. Die Stellen werden zu Beginn mit einem 120er Schleifpapier ausgeschliffen. Um nun die Schleifspuren nach und nach zu beseitigen, wird mit einem immer feineren Schleifpapier nachgeschliffen. Es macht keinen Sinn, von einem groben Schleifpapier auf ein extrem feines Schleifpapier überzugehen. Die Schleifspuren lassen sich so nicht beseitigen.
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Man geht nach und nach zu der jeweils nächst feineren Körnung über. Die Stufen sind etwa wie folgt: Lackierung entfernen und Metall anschleifen = Körnung 40 – 80; Vorschliff für den Spachteleinsatz = Körnung 120 – 180; Anschleifen von Spachtel = Körnung 80 – 120; Spachtel Nachschleifen = Körnung 120 – 180 – 240 – 320.
Schwer zugängliche Stellen können mit einem Dreiecks-Teller auf der Schleifmaschine abgeschliffen werden. Mit diesem Schleifteller erreicht man auch Karosserie-Ecken, die sonst herkömmlich nur sehr schwer zu schleifen wären.
Weiterführende Links:
Schleifmaschinen http://www.festool.de
Feinspachtelmasse http://www.carsystem.org/
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