Die Karosserie ruht auf einem kreuzverstrebten Kasten-Rahmen. Der Rahmen liegt sehr niedrig und ist formversteift durch Kreis-Sicken, die gleichzeitig eine Gewichts-Erleichterung bewirken. Der Motor ist weit nach vorne gelagert und sitzt damit mittig über der Vorderachse. Mit seinen 855 kg gilt der kleine NSU Fiat als Leichtgewicht.
Die Vorderräder sind nun für Fiat neuartig achslos an doppelten Querlenkern mit Schraubenfedern und Teleskopstoßdämpfern gelagert. Die Hinterräder lagern noch an einer Starrachse auf halbelliptischen Blattfedern mit Teleskopstoßdämpfern und Torsionsstange.
Neu ist auch der 4-Zylinder -Motor mit 1090 ccm. Damit leistet der kleine Sportler beachtliche 32 PS bei laufruhigen 4000 U/min und bringt es damit auf eine Höchstgeschwindigkeit von ca. 110 km/h. Neu ist auch der eingesetzte Fallstrom-Vergaser und die Kraftstoff-Förderung durch eine separate Kraftstoffpumpe. Ein Viergang-Getriebe überträgt die Leistung auf die Hinterräder. Der NSU Fiat 1100 gilt als sehr leicht und auffallend ermüdungsfrei bei langen Fahrstrecken.
Im Innenraum dieses Kleinwagens gibt es Platz für zwei Erwachsene. Hinter den Vorder-Sitzen befindet sich ein ausklappbarer Notsitz, auf dem eine dritte Person mit etwas Geschick sitzen kann, was allerdings nur für Kurzstrecken zu empfehlen ist. Das Verdeck des traumhaften Cabriolets kann im geschlossenen Zustand komplett versenkt werden. Dadurch gewinnt das Fahrzeug im geöffneten Zustand eine perfekt von Gläser gezeichnete Linie entlang der Karosserie Oberkante. Allerdings ist das Verdeck, damit es sich platzsparend versenken lässt, nicht von innen gefüttert, so dass das Fahrzeug bei schlechtem Wetter auch nicht wirklich kälteisoliert ist.
Dieser von Gläser gezeichnete und bei NSU Fiat konstruierte kleine Sportwagen ist heute nur noch sehr selten auf den Straßen zu sehen. Seine elegante Form macht ihn zu einer Design-Ikone seiner Ära. Seine Leistungsfähigkeit war in Hinblick auf vergleichbare Kleinwagen herausragend und setzte Maßstäbe für folgende Generationen.
Technische Daten: NSU Fiat 1100 508C
Motor:
Reihen-4-Zylinder Motor
Hubraum:
1090 ccm
Kühlung:
Wasser gekühlt
Bohrung x Hub:
k. A.
Verdichtung:
k. A.
Gemischbildung:
Solex Fallstromvergaser
Schmierung:
Umlauf
Leistung:
32 PS bei 4000 U/min
Höchstgeschwindigkeit:
ca 110 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h:
k. A.
Getriebe:
4 Gang Schaltgetriebe
Spannung:
6 Volt
Karosserie:
Ganzstahl Karosserie auf Rahmen
Bremsen:
Vorne:
Trommelbremsen
Hinten:
Trommelbremsen
Abmessungen:
Radstand:
2420 cm
Höhe:
k. A.
Breite:
1300 cm
Länge:
3920 cm
Spurbreite vorne:
1230 cm
Spurbreite Hinten:
1220 cm
Gewicht:
ca. 870 kg
Baujahr:
1937
]]>In dieser Ära avanciert der Fiat 1100, der Nueova Millecento, der im Werk in Mirafiori gebaut wurde zum Erfolgsmodell. Auch die kritischen Deutschen verlieben sich in den gutausgestatteten Mittelklasse-Wagen, zumal er ab 1954 in Heilbronn in Lizenz von NSU vom Band lief und dann 1500 Mark günstiger war, als das italienische Modell.
Die in Deutschland gebauten Fiat 1100 hießen NSU-Fiat-Neckar und NSU-Fiat-Neckar-Spezial.
Der Fiat Neckar gilt als ein kleines Raumwunder. Bei einer Gesamtlänge von nur 3,66 m und 1,46 Breite freut man sich über Platzverhältnisse, die sonst nur in Oberklassemodellen üblich waren. Ein besonderer Clou ist die umlegbare Rückenlehne, durch die sich die Stufenhecklimousine schnell in einen Transportwagen verwandeln lässt.
Besonders stolz ist man auf die wohnliche Atmosphäre die durch das geschickt ausgewählte Material der Innenausstattung entsteht. Praktisch auch die Ablagefläche, die sich über die ganze Länge unterhalb der Frontscheibe zieht. Eine Besonderheit war übrigens zu jener Zeit der Spiegel auf der Sonnenblende des Beifahrers und die beiden einzeln schaltbaren Lichter im Fond des Wagens.
Über die Jahre war die Modellreihe stetig weiterentwickelt worden. Von 1960 bis 1962 gab es den Fiat 1100 auch in der hier gezeigten Version „Special“. Die Türen waren keine Selbstmördertüren mehr, sondern erstmals vorne befestigt. Die Karosserie entsprach der des Fiat 1200 Gran Luce mit größeren Fenstern, dem kleinen Überhang des Daches zur abgerundeten Heckscheibe. Dadurch bekam der Wagen eine gute Übersichtlichkeit und auch der Kofferraum ist gelungen und bietet viel Platz. Unter der Haube des Neckar Spezial arbeitet ein 1089 ccm-Triebwerk mit seitlicher Nockenwelle und Doppelfallstrom-Registervergaser, das 48 PS bei 5300 U/min leistet.
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Der Fiat 1100 hat eine selbsttragende Ponton-Karosserie. Durch die Einzelradfederung vorne und die gute Gewichtverteilung und die starre Hinterachse ergibt sich eine ausgezeichnete Straßenlage. Durch Stabilisatoren vorne und hinten ist die Kurvenneigung sehr gering.
1963 erfolgt die letzte Überarbeitung des Fiat 1100. Als 1969 die Auftragsbücher für die Typenreihe 1100 geschlossen wurde, waren über die Jahre rund zwei Millionen Bestellungen zusammen gekommen. Dennoch ist der Fiat Neckar einer der seltenen Oldtimer. Seine spritzige Fahrweise und der schlechte Karosserieschutz jener Zeit hatte Folgen. Auf den Erst- und Zweitbesitzer folgten Fahranfänger, die dem Bestand den Rest gaben.
Technische Daten Fiat 1100 Neckar
Motor: Reihen-Vierzylinder
Hubraum: 1089 Kubiccm
Bohrung x Hub 68 x 75 mm
Motorsteuerung OHV Kette
Gemischbildung Einfach/Doppelvergaser
Leistung 25-34 KW (34 – 48 PS)
Höchstgeschwindigkeit ca 119 km
Beschleunigung 0-100 km/h 33 Sek
Antrieb Frontmotor mit Heckantrieb
Getriebe Viergang, unsynchronisierter 1. Gang
Schaltung Lenkrad
Aufhängung vorne Doppelquerlenker
Hinten Starrachse an Blattfedern
Karosserie selbsttragend
Bremsen
Vorne Trommeln, später Scheiben
Hinten Trommeln
Abmessungen
Radstand 2340 mm
Länge 3970 mm
Breite 1505 mm
Tankvolumen 40 Liter
Gewicht 840 – 905 kg leer
Bauzeit 1953 – 1968
Kaufpreis 5500 DM Neckar Limousine viertürig
10450,- Neckar Sport, 2-Sitz Cabrio
10450,- Neckar-Sport, 2-Sitz Coupé