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Rauschende PS-Party mit Oldtimer Schönheiten


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Am vergangenen Wochenende fand vor dem Schlosshotel bensberg zum sechten Mal der Schloss Bensberg Classics Event statt.

Sehen Sie hier das exklusive Video über den Oldtimer Concours vor dem Schloss Bensberg.

Text: Tim Westerwelle/ Kay MacKenneth       Kamera: Kay MacKenneth

Welch ein Wandel. Vor drei Jahrzehnten wurden Oldtimer noch als Hobby von ein paar Gestrigen und Reichen belächelt. Heute pflegt jeder Automobil-Konzern sorgsam seine Tradition, und allein in der Bundesrepublik drängeln sich während der Saison weit mehr als 500 Termine für historische Fahrzeuge. Zu einem echten Top-Event hat sich – mit Rückenwind von Volkswagen – seit 2009 Schloss Bensberg Classics entwickelt.
Für zwei Tage verwandelte sich das Areal von Schloss Bensberg vor den Toren von Köln in eine fröhliche Welt der Automobil-Liebhaber mit Concours d’Élegance, Rallye und Genuss auf höchstem Niveau. „Was die Italiener können, können wir auch“, murmelte einer der Teilnehmer am Abend beim Barbeque unter dem Sternenhimmel und vor der Fassade des Barock-Schlosses. Er spielte damit auf den Concorso d’Éleganza am Comer See an, der in einem ähnlichen Grandhotel-Setting durchgeführt wird.

Die Mischung macht’s. Neben Spitzengastronomie, dem hochklassigen Concours d´Elegance am Sonntag und der Rallye Historique am Samstag mit 100 rollenden Raritäten gab es eine Sonderschau erfolgreicher Rallye-Fahrzeuge, vom legendären Rheila-Golf, über den Zweimotorigen Pikes-Peak-Renner im Gewand eines Golf 2 bis hin zum aktuellen Weltmeister-Boliden von Rallye-As Sébastien Ogier. Mit seinem VW Polo R WRC holte der Franzose 2013 den Titel nach Wolfsburg.

Besonderer Hingucker für viele Besucher war die Ausstellung der Siegerfahrzeuge des Konzerns in der Prototypenklasse „LMP-1“ bei den 24 Stunden von Le Mans. Die Marken der Volkswagen AG haben bislang insgesamt 36 Gesamtsiege eigefahren.

 

 

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FOTOS: Classic-Car.TV

 

Viele der Oldtimer-Besitzer, die Ihre kostbaren Preziosen zum Defilée schicken, meiden die öffentliche Darstellung ihrer Person. Mechaniker und Fahrzeugbetreuer kümmern sich während der Concours-Veranstaltungen um die Automobile. Man weiß: Solch eine Kostbarkeit auf Rädern kann Millionen kosten. Das will mancher nicht unbedingt nach außen tragen. Andererseits ist gerade jetzt die Nachfrage nach Motorpreziosen unglaublich groß. 40 Raritäten buhlten um den Titel „Best of Show“.
Was gab es da nicht zu bestaunen: Mercedes-Benz 460 K Nürburg von 1928, Bugatti Typ 27 Brescia Modifilée von 1923, Alfa Romeo 8C 2300/2600, Porsche Typ 64 Berlin-Rom-Wagen, Jaguar XK 120 Autenrieth, Bentley R-Type Mulliner DHC, BMW 503, Maserati A6G/2000 Frua Coupé, und, und, und.

Die Fahrzeuge traten in acht Kategorien zur Schönheitskonkurrenz an. Als Sieger in der Kategorie „Impressive Elegance – Prestigious Saloons“ durfte der Duesenberg SJ von 1933 auf die Rampe fahren. Wichtig für die siegreiche Pokalübergabe ist, dass das prämierte Fahrzeug aus eigener Kraft auf die Rampe fährt. Auch wenn manch ein Fahrzeug bei der sommerlichen Hitze von der Rampe geschoben werden musste.
In der Kategorie „Open Top-Legends – Sporty Roadsters an Convertibles“ wurde der Bugatti Typ 40 Baujahr 1931 mit einer Cabriolet Karosserie von Paul Nee prämiert.
Ein Musterbeispiel für Aerodynamisches Design ist der TatraTyp 87, der in der Kategorie „The Shape of Speed“ ausgezeichnet wurde.
Den Preis in der Kategorie „Heavenly Icons – Rare Convertibles“ erhielt
der Porsche 356 Pre A Speedster von 1955, der auch mit dem „Best of Show“ Publikumspreis bedacht wurde.
In der Kategorie „Italien Beauties“ siegte der Siata 140 Daina Sport, in der Kategorie „Passion and Power – 100 Jahre Maserati“ das Maserati A6G/2000 Frua Coupé.
Den Preis in der Kategorie „Best Restored Condition“ nahm die Besitzerin des Cisitalia 505F entgegen.
Für den am besten erhaltenen unrestaurierten Zustand wurde der Bugatti Typ 27 „Brescia Modifiée“ prämiert.

Den Sieg „Best of Show“ vergab die Jury – unter anderem mit Jacky Ickx – an einen makellosen Maserati 150 GT Spyder aus dem Jahr 1957.

Auf dem grünen Rasen vor dem Schlosshotel defilierten einige wirklich seltene Zeugen der Automobil- und Designhistorie, so zum Beispiel der Alfa Romeo 8C 2300/2600 mit einer eleganten Karosserie von Erdmann & Rossi, die bei der Firma Brandone in Cannes gefertigt wurde.
Ein seltener Zeuge deutscher Rennhistorie ist der Borgward Hansa RS 1500 von 1955, der seinerzeit bei etlichen Rennen gute Platzierungen erreichte. Gleich daneben präsentierte sich der 1956 gebaute Maserati 450S, einer von nur elf gebauten Exemplaren für die Rennstrecke, die mit dem ca. 400 PS starken 8 Zylinder Motor ausgestattet wurden.
Als Designhighlights galten seinerzeit sicherlich auch die Fahrzeuge deren Karosserie aus GFK gefertigt wurden. Ein kaum bekannter Vertreter dieser Klasse ist das Mercedes 300SL Coupé, dass als Prototyp mit einer GFK Karosserie aufgebaut wurde, da man bei Mercedes versuchte eine kostengünstigere Variante zu schaffen. Neben dem Jensen 541S, dem DKW Monza präsentierte sich vor dem Schlosshotel erstmals der Delta 1, ein von der Metzeler AG auf dem Frankfurter Automobilsalon 1967 vorgestellter Prototyp mit komplett selbsttragender Karosserie aus Kunststoff. Das Fahrzeug ist keilförmig und nach strikten aerodynamischen Prinzipien gebaut. Die Scheinwerfer verstecken unter der Fronthaube. Das Fahrzeug wurde nie gebaut.

Bei der Rallye brabbelten und röhrten schon am frühen Sonnabendmorgen die Motoren der glänzenden Oldies im Schlosshof, um kurze Zeit später über die Startrampe zu rollen und auf die rund 190 Kilometer lange Strecke zu gehen. Schauspieler Herbert Knaup ging mit einem frisch restaurierten und extrem seltenen Hebmüller-Cabriolet an den Start. „Es ist schon toll, solch ein altes Auto auf einer Rallye zu bewegen. Schön, dass die Marken der Automobilszene ihre Tradition pflegen und ihre Sammlungen der Öffentlichkeit zugänglich machen“, schwärmt Knaup.

 

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FOTOS: Volkswagen AG

 

 

Das noble Oldtimer-Fest wird regelmäßig von viel Prominenz flankiert: So gaben sich neben Herbert Knaup auch Rennlegenden wie Hans-Joachim Stuck und Jacky Ickx die Ehre. Für Volkswagen Nutzfahrzeuge fuhren die Schauspieler Elena Uhlig und Fritz Karl einen Bulli Bus durchs Bergische Land. „Wir haben früher selbst einen T2 gehabt und so eine Rallye im Bulli ist Nostalgie pur“, erklärte Uhlig. Für die Konzerntochter Porsche griffen die Schauspieler Hardy Krüger Junior und Sophie Wepper ins Lenkrad.

Was bei allen Teilnehmern gut ankam: Durch die einzigartige Verknüpfung von Rallye und Concours glänzten manche Fahrzeuge sowohl im Renneinsatz und beim Schönheitswettbewerb.