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Die wichtigste Abkürzung der Welt

Vor hundert Jahren wurde der Panama-Kanal eröffnet. Er zählt zu den beeindruckendsten Bauwerken der Menschheit – eine große Ingenieurleistung, die die Welt verändert hat.

82 Kilometer statt tausende Seemeilen durch Magellanstraße oder um Kap Hoorn – der Panamakanal verkürzt den Reiseweg vom Atlantik zum Pazifik erheblich.
Der Seeweg um die Südspitze Lateinamerikas war gefährlich, der Transport von Waren quer durchs Land war mühsam – schon die spanischen Eroberer Mittelamerikas träumten von einem Kanal, der den mühsamen Landweg durch den Regenwald vom Atlantik an den Pazifik ersetzen sollte. Doch erst im 20.Jahrhundert sollte der Traum Wirklichkeit werden.

Vor 100 Jahren passierte das erste Schiff die knapp 82 Kilometer lange Kanal-Rinne, die Mittelamerika durchschneidet und die beiden Ozeane verbindet.
Das war 1914 nichts weniger eine Revolution. Am 15. August 1914 fuhr das Paketboot „Ancon“ mit 200 Passagieren als erstes Wasserfahrzeug durch den Panamakanal. Gefeiert wurde die spektakuläre Eröffnung allerdings erst 1920 – wegen des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs mussten die Feierlichkeiten abgesagt werden.

Die Geschichte des Baus ist bewegt, eine Story von kühnen Plänen und grandiosem Scheitern, von unzähligen Malaria-Toten, versenktem Geld und von Experten, die angesichts unglaublicher Schwierigkeiten einfach aufgaben und wegliefen. Die Franzosen, die den Suez-Kanal erfolgreich gebaut hatten, kapitulierten vor den schier unlösbaren Problemen in Mittelamerika. Es waren schließlich die USA, die die Fertigstellung des gigantischen Bauwerks schafften.
Der Preis erzählt wenig von den Schicksalen, die mit dem Bau verbunden waren: Der Panamakanal kostete mit Schleusen und Stauseen etwa 386 Millionen US-Dollar – und rund 28000 Menschenleben, haben Historiker errechnet. Während des Baus von 1906 bis 1914 starben allein 5609 Arbeiter durch Krankheit und Unfälle.

Wie vielen Seeleuten der Kanal das Leben rettete, ist nicht zu berechnen, aber die Umrundung von Kap Hoorn bedeutete eine nicht zu unterschätzende Gefahr für die Schiffe. Durch den Kanal wurde die Reise in den Pazifik nicht nur weniger gefährlich sondern auch geradezu dramatisch beschleunigt: Beispielsweise wird die Seereise von New York nach San Franciso um mehr als 8000 Seemeilen, gut 15 000 Kilometer, verkürzt. Für ein Schiff bedeutet das bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 15 Knoten eine rund drei Wochen kürzere Reisezeit (Quelle: Wikipedia).

Der Panamakanal führt durch den größten zusammenhängenden Regenwald Mittelamerikas.
Etwa elf Stunden dauert die Durchfahrt von der ersten bis zur letzten Schleuse im Schnitt – in den vergangenen Jahren wurde der Kanal verbreitert und vertieft, derzeit wird an einer neuen Schleusenanlage gebaut, die die Wasserstraße zukunftsfähig und für größere Schiffe als bisher