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Erfolgreiche Jubilare

Skoda Popular, Rapid und Superb werden stolze 80 Jahre alt

Tradition verpflichtet. Als Volkswagen 1991 den tschechischen Hersteller Skoda als vierte Marke unter das Konzerndach holte, da staunte der Laie, doch der Fachmann wunderte sich nicht. Der böhmische Autobauer war alles andere als eine desolate Planwirtschaftsruine des real nicht mehr existierenden Sozialismus.

Legendäre Ingenieurskunst und akribische Fertigungsqualitäten waren stets ein Markenzeichen in Mladá Boleslav und sorgen jetzt dafür, dass ein Skoda Superb im VW-Konzern immer mit besorgter Hochachtung beäugt wird. Unabhängige Kritiker sprechen oft vom besseren Passat.

Apropos Superb: Das Topmodell der Tschechen feiert in diesem Jahr relativ unbemerkt seinen achtzigsten Geburtstag. 1934 hatte Skoda eine wahre Innovations-Offensive gestartet, mit drei grundlegend erneuerten Modellen. Neben dem Superb, der damals noch als Typ 640 verkauft wurde, entstand der Mittelklasse-Typ Rapid, der unter diesem Namen heute zum Volumen-Model von Skoda geworden ist. Diesen Rang besetzte damals der Skoda Popular, das kleinste und günstigste Automobil in der Skoda-Palette. Der beliebte Kleinwagen war bereits in den späten dreißigern ein wahres Modellwunder, man konnte ihn als viertürigen Sedan kaufen, als zweitürigen „Tudor“ (Two-Door), als Halb-Cabriolet und als zweisitzigen Roadster. Für Gewerbetreibende gab es auch eine Lieferwagen-Variante. Es würde nicht wundern, wenn es nicht sogar Pläne für ein Sports-Utility-Vehicle gegeben hätte – aber die Konstruktionsbüros wurden1945 bei einem Bombenangriff zerstört und SUV, SAC, USW müssen jetzt von BMW, Porsche, Audi u.ä. verwirklicht werden.

Popular, Rapid, Superb – alle drei Typen der Skoda-Fabriken wurden 1934 erstmals mit einem modernen Zentralrohrrahmen gebaut, der gegenüber dem bisher üblichen Leiterrahmen eine höhere Steifigkeit besaß und dem Fahrzeug mehr Laufruhe und damit mehr Komfort spendierte. Die Innovationen hatten Erfolg, Skoda etablierte sich als führende Autoschmiede der Tschechoslowakei und exportierte in 50 Länder, unter anderen in China, Indien, Afrika und Südamerika, eine Erfolgsgeschichte mit üblem Ausgang. Ende 1945 wurde das Unternehmen schrittweise in die Planwirtschaft eingebunden, neue Ideen als unwirtschaftlich oder „zu westlich“ abqualifiziert.

Erst 1991 küsste VW den schlafenden tschechischen Prinzen wach und förderte bewusst die hausinterne Konkurrenz. Der Erfolg kann sich sehen lassen. Skoda glänzt mit wachsenden Zulassungszahlen in einem insgesamt müden Markt und die Namen „Rapid“ und „Superb“ sind bekannt wie vor 80 Jahren.