Das Thema Design auf einer Kunstmesse eröffnet ein weites Feld der Entdeckungen und Bezüge. Ein zentraler Ansatz der Cologne Fine Art ist es, den Blickwinkel zu öffnen und neue Zusammenhänge darzustellen.

In der Sonderschau Style Icons, die im vergangenen Jahr Premiere feiern konnte, wurde dieser Ansatz aufgegriffen und anhand ausgewählter Oldtimer und sorgfältig kuratierter Stücke der Haute Couture den perfekten Einklang von Form und Funktion, von Kunst- und Alltagsgegenstand veranschaulicht.
Für Begeisterung und reichlich Gesprächsstoff sorgte im vergangenen Jahr die Premiere der Sonderschau ‚Stilikonen‘ zur Cologne Fine Art. Dem wachsenden Interesse an den Sammelgebieten Oldtimer und Vintage Haute Couture trägt auch die Cologne Fine Art 2014 (bis Sonntag 23. November) Rechnung und präsentiert erneut in einer Sonderschau ausgewählte Oldtimer und Vintage-Mode, dieses Mal aus den prägenden Jahrzehnten der 1950er und 1960er Jahre.
Die zweite Stilikonen-Schau legt den Fokus auf internationale Unterschiede in der ästhetischen Produktion. Die Sonderschau zeigt auf über 500 Quadratmetern Autos aus Italien, Großbritannien und Deutschland sowie Modestücke aus Frankreich, Italien und den USA. Dadurch können die Besucher vergleichen, wie die Schnittstelle von Kunst und Design in verschiedenen Ländern stilprägend interpretiert wurde.
Ein Höhepunkt der Schau ist ein Alfa Romeo aus dem Jahr 1954, der von der legendären Karosserieschmiede Boano als Designstudie für die Turiner Motorshow 1955 gebaut wurde. Der Alfa Romeo Boano 1900 CSS, der in der Stilikonen-Schau einen prominenten Platz einnehmen wird, wurde ursprünglich hellgelb und schwarz lackiert und erhielt sein heutiges Aussehen erst in den späten 1950er Jahren. Der Wagen wurde zwischen 1966 und 2012 nicht bewegt und ist seitdem nur wenige Kilometer gefahren. Er ist das Schwesterauto zu einem Alfa Romeo 3000cc 6c, der für den ehemaligen argentinischen Präsidenten Juan Perón ebenfalls mit einem sehr ähnlichen Boano-Chassis ausgestattet wurde. Nach einem Unfall bekam dieser Wagen sein Designer-Chassis allerdings nie zurück.
[new_royalslider id=“329″]
Neben dem Alfa Romeo zeigt die Sonderschau einen Mercedes 300 SL Flügeltürer von 1955, einen Jaguar E-Type von 1963, einen Brezelkäfer aus dem Jahr 1951, einen Fiat 500 von 1963 und einen Mini Cooper S mit Baujahr 1969.
Die 50er- und 60er-Jahre des vorigen Jahrhunderts gelten auch als Blütezeit des Modedesigns und sind heute die Zeitspanne, die das spezifische Marktfeld der Vintage-Mode konkurrenzlos dominiert. Dabei reicht das Spektrum von maßgeschneiderter Pariser Couture bis hin zu Lizenzkopien großer amerikanischer Luxuskaufhäuser. Geschuldet ist das Aufkommen solcher Kaufhauskollaborationen dem Gedanken der Demokratisierung der Haute Couture. So konnte man in den 1960er Jahren bei Saks auf der Fifth Avenue in New York ein Dior Kostüm in der Konfektion erwerben, ohne für Anproben nach Paris reisen zu müssen und doch ein mit dem magischen Namen Dior signiertes Stück zu besitzen. Sechzig Jahre später werden diese Lizenzkleider zu begehrtem Gut bei Sammlern und erzielen Höchstpreise im internationalen Handel. Die Sonderschau ‚Stilikonen‘ widmet sich im Bereich der Mode vorrangig dieser historisch höchst relevanten und in Frankreich, Italien und den USA traditionsreichen Spaltung der Modeindustrie und zeigt Roben von Christian Dior für Saks oder Norman Norell für I. Magnin. Gleichzeitig sucht die Sonderschau den Vergleich zu Meisterstücken aus der ersten Riege der Haute Couture und Alta Moda, angeführt von einer Chiné-Ballrobe von Maggy Rouff Couture aus dem Jahr 1954.
