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Rastlos im Oldtimer durchs Schottische Hochland

Man muss schon hart im Nehmen sein, um bei „Le Jog“ mithalten zu können. Das gilt nicht nur für die Oldtimer, sondern auch für deren Fahrer und Beifahrer.

XX Lejog 2014

Die 20. Le Jog Rally von Land’s End bis nach John O’Groats in Großbritannien war auch in diesem Jahr eine Herausforderung. Vier Tage lang hieß es früh aufstehen und spät zu Bett gehen, Sekunden genau fahren und zwischendurch die herrliche Landschaft genießen mit ihren spektakulären Ausblicken. Karsten Weber und Thomas Körner holten mit ihrem BMW320/4 eine der drei Goldmedaillen und wurden als bestes nicht ausländisches Team gefeiert. Die „Absolute Beginners Trophy“ durften Josef Rothe und Axel Patzig mit nach Hause nehmen im BMW 316.

Unterwegs warteten auf der „härtesten Ausdauer-Rally Europas“ – wie sie die Amerikaner respektvoll nennen – abenteuerliche, fast nie befahrene Straßen durch einsames Land. Als erste fuhren Gerd Bühler und Jose Romao de Sosa im 1938 BMW 327/328 ünber die Startlinie und eröffneten somit den dreieinhalbtägigen Wettkampf in Land’s Ende.
Die entscheidenden zwölf Stunden über Sieg oder Niederlage sind unter Insidern die des letzten Tages, wenn es von Kyle of Lochalsh über insgesamt 527 Kilometer Strecke zum Ziel nach John O’Groats geht. Der Wind weht scharf über die Kuppen und die Haarnadelkurven von Bealach na Bà, der dritthöchst gelegenen Straße Englands, die durch die Schottischen Highlands führt. Gegenverkehr ist hier selten doch wenn … Schon zu Beginn der einspurigen Straße warnt ein Schild, dass das Wenden für größere Fahrzeuge nicht möglich ist und empfiehlt eine alternative Route – auch für Fahranfänger. Hier, am „Rinderpass“, mussten die Crews gleich vier verschiedene Zeitprüfungen meistern. Bei stockfinsterer Nacht kamen die ersten Teilnehmer schließlich in Applecross, wo auch das Flüsschen Applecross ins Meer fließt, an. Von den schneeweißen kleinen Häuschen, die nebeneinander an der Küstenlinie kauern, hat wohl kaum jemand mehr Notiz genommen.

 

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FOTOS: © F&R Rastrelli and HERO
Shieldag kannten einige der Teilnehmer schon aus dem Vorjahr. Der Fahrmarathon saß hier schon einigen gewaltig in den Knochen während noch Punkte eingefahren werden mussten bei den Zeitprüfungen. Schon bei Tageslicht sind die engen Straßen entlang der Klippen eine Beanspruchung für den Fahrer, für den es kaum einen Moment Entspannung gibt – und schon gar nicht bei Nacht.
Nachdem Loch Luichart passiert war und „Le Jog“ im Osten Schottlands nun Richtung Ullapool. Dort erwartete die Crews nicht nur Publikum und Häppchen, sondern auch eine Zeitprüfung bei der über vier Meilen (rund 6,5 km) 13 verschiedene Zeitabschnitte eingehalten werden sollten – und das um zirka 4 Uhr morgens. Nichts für Schlafmützen!
Von Durness, der westlichsten Stadt des Königsreichs, sind die Teilnehmer noch immer acht Stunden vom Ziel entfernt. Hier folgten eine ganze Reihe von Kontrollpunkten, denn der Weg nach Kyle of Tongue war eine der wenigen Schleifen – wo mancher dann doch überlegte, ob er Strafpunkte in Kauf nehmen kann um Zeit gut zu machen. Nach dem Tanken in Thurso noch schnell am früheren Schottlandsitz von Queen Elizabeth am Casle of Mey vorbei gebraust und ohne Pause weiter bis ins Ziel, dem finalen Zeitpunkt Gills, vier Meilen vor dem Ende der Veranstaltung in John O’Groats, wo die Teilnehmer nach Landessitte erwartet wurden: Pfeiffenmusik, Windböen und Starkregen inbegriffen.

Deutsch / Schweiz / Österreich Beteiligung:
Gerd Bühler / Jose Romao de Sousa BMW 327/328 Sport 1938
Henrik Verspohl / Horst Pokroppa MGA Coupé 1957
Klaus Müller / Eric Schwab Lancia Fulvia Coupé 1965
Gerhard Witzany / Astrid Witzany Ford Mustang 289 V8 1965
Pierre Gerber / Hans-Peter Schärli Volkswagen Käfer 1303S 1973
Richard Harri / Pierre Retord Lancia Fulvia 1.6 HF 1972
Christian Rüter / Stephan Huber Peugeot 404 1968
Dominik Lingg / Michael Gerber Alfa Romeo 1750 GTV 1971
Dietrich Krahn / Dieter Geske Audi 80 GLS 1978
Stephan Papp / Thomas Bichlmair BMW 316 1984
Karsten Weber / Thomas Körner BMW 320/4 1976
Eva Lemke / Willi Potjans BMW 525 B 1983
Josef Rothe / Axel Patzig BMW 316 1984
Stefan Behr / Michael Schröder BMW 320i 1984
John Lechner / Thomas Lorenz Saab 900 1985
Johannes-Christoph Rudin / Jörg Uhr Porsche 924 1976
Tobias Gumper / Thomas Lettenmeyer Porsche 924 1978
Werner Steringer / Björn Steringer Mercedes-Benz 280 SE 1985
Ulrich Schöderl / Jens Rupert Range Rover Classic 1978
Reiner Seume / Julian Seume Range Rover 3.5 (A&D) 1980
Andreas von Engelbrechten / Franz Büttner Volkswagen Iltis 1981
Patrik Gerber / Thomas Strebel MGB Roadster 1977