Der Flying Scotsman war in diesem Jahr auf neuen Wegen unterwegs von England nach Schottland.

Die Ausdauer-Rallye, die zum 7. Mal stattfand, führte das Teilnehmerfeld aus 110 Vorkriegsfahrzeugen auf 750 Meilen von Leed ins schottische Gleneagles in drei sportlichen Tagen. Der Sieg ging an den Vorjahressieger William Medcalf und seinen Navigator Tony Brooks, die im 1925 Bentley Super Sports unterwegs waren. Für Insider ist die Rallye Flying Scottsman eine der härtesten überhaupt.
Am Ende meinte auch der Sieger William Medcalf: „Diese Rallye hat es in sich. Man muss das Fahrzeug ständig an sein Limit treiben um seine Position zu sichern. Die Navigatoren sind mit all ihren Fähigkeiten gefordert.“
Der zweite Platz ging an Bill Cleyndert und Dan Harrison im 1928 Ford Model A. Beinahe wäre das Team ganz aus dem Rennen gewesen, denn am letzten Tag brach die Hinterachse. William Medcalf spornte die Reparatur mit den Worten an: „Ich möchte Sie auf der Straße schlagen, nicht im Straßengraben, jetzt schnappen Sie sich einen Hammer!“ Der dritte Platz ging an David Thomson und Alan Smith im 1936 Talbot 105 Alpine.
Die Landschaft unterwegs ist beeindruckend. Durch das größte Heide-Moor Englands, den Nationalpark North Yorkshire Moors führt die Route Richtung Goathland. In Whitby schnuppert man Meerluft beim Mittagsessen. Fish und Chips im Hafenrestaurant Quayside sind obligatorisch während sich die Zuschauer über die geparkten Fahrzeuge in den Endeouver Werft freuen.. Frisch ist um diese Jahreszeit nicht nur die Luft. Über weites Farmland geht es über Steinmauern gesäumte Straßen nach Stokesley.
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Zwischen Ford und Kelso passiert der Treck die Grenze nach Schottland. Im Zentrum von Edinburgh am Roxburghe Hotel wird Mittagspause eingelegt. Manches Mal führt die Route auch auf Routen, die schon bei der legendären Jim Clark Rallye durch das Schottische Grenzgebiet faszinierten: durch ihre herausfordernden Kurven und Neigungen.
Weiter durch den Blairadam Forest geht es am dritten Tag der Veranstaltung. Immer wieder eröffnen sich herrliche Ausblicke auf die Landschaft an der Küste vor Perth.
Zeit für wahrhaft herrschaftliche Erinnerungsfotos: vor Scone Palace, dem Krönungsplatz der Schottischen Könige. Die Zeit reicht nicht für eine lange Pause. Auf dem Programm steht auch noch eine Teatime im Ballathie Country House Hotel – noch weiter oben im Norden.Im Herzen von Schottland ist die Landschaft malerisch schön und spornt Fahrer und Beifahrer, trotz der Lust in einem der schönen Hotels zu rasten, weiter an. Abermals zeigt sich das schottische Hochland in seiner ganzen Schönheit: Little Glenshee und das Dörfchen Methven liegen auf der Strecke zum Ziel. Nach drei Tagen im Vorkriegsoldtimer durch fantastische Landschaften auf teilweise wilden Off-Road-Wegen haben sich die Teilnehmer den Gala-Abend und das Entspannen im berühmten 5-Sterne- Gleneagles Hotel wahrlich verdient.
Der Flying Scottman fand erstmals im Jahr 2008 statt. Es ist die einzige Langstrecken-Rallye für Vorkriegsfahrzeuge mit Zeitprüfungen und Off-Road-Herausforderungen. „Was macht diese Veranstaltung so besonders?“ wurde einer der Teilnehmer gefragt. Die Antwort: „Es ist die Mischung der Menschen, die das gleiche Interesse haben. Gestern beim Gala-Dinner beispielsweise – das sitzt der amerikanische Billionär neben dem britischen Heizungsmonteur – und alle haben Spaß.“
Der nächste Flying Scotsman findet vom 14.-17. April 2016 statt
