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Ausstellung: Es muss nicht immer Horch sein

Zwickau – das ist für viele Auto-Fans wie ein Synonym für Horch. Jetzt hat im August Horch Museum eine neue Sonderausstellung eröffnet unter dem Titel „Showcars“. Mit den gezeigten Fahrzeugen testete die Audi AG Designkonzepte und prüfte die Wirkung aufs Publikum bei Messeauftritten.

„Designstudien brauchen nicht in jedem Fall perfekt sein. Dafür haben sie oft einen besonderen Charakter,“ erläuterte Audi Senior Designer Exterieur, Stephan Fahr-Becker, anhand des Audi Quattro Concept: Fahr-Becker: „In den letzten Jahren sind die Bedeutung und Verantwortung der Designabteilungen bei allen Automobilherstellern stark gestiegen. Neben der Durchsetzung einer besser werdenden Designqualität in der Serienfertigung steht vor allem die Zukunft einer Marke im Fokus. Dabei geht es nicht mehr nur um die schönste Form. Es geht um Visionen, um Autos von morgen und übermorgen, die im Zusammenspiel zwischen Technik und Design, zwischen Rationalität und Emotionen, Trends im globalen Markt setzen können. Während die einen Automobilstudien größtenteils Niederschlag in Serienentwicklungen finden, haben die anderen, die Showcars, mit Serienentwicklungen nichts zu tun. Sie haben vordergründig Marktforschungs- und Marktvorbereitungszwecke, sollen Aufmerksamkeit erzeugen und Neugier wecken, Werbung für die Marke sein. Sie sollen aber auch die subjektive Marken-Wahrnehmung der Kundschaft beeinflussen und das Image des Herstellers prägen. Bei den Showcars können die Designer ihrer Kreativität freien Lauf lassen, ohne Produktions- und Materialzwänge zu beachten. Stilbildend und trendsetzend – das sind Showcars.“
Hinter den perfekt geformten, glänzenden Karosserien steckt ein gigantischer Aufwand mit einem hohen Anteil an Handarbeit. Den Ideenskizzen und Zeichnungen der Designer folgen meist dreidimensionale Vormodelle und Computersimulationen. Präsentiert werden auf Messen zwei Arten von Studien: Reine Ansichtsmodelle ohne Innenraumeinblick oder fast vollständig ausgeformte Fahrzeugmodelle. Diese aufwendigeren, vollständig mit Interieur und Exterieur ausgebildeten Konzeptautos haben sich international durchgesetzt. Im Straßenverkehr fahrbare Showcars sind allerdings noch die Ausnahme, entstammt ihr Materialmix doch dem Modellbau.

Bis Ende Oktober 2013 zu sehen:
1) Audi quattro Spyder
Im Herbst 1991 konnten Besucher auf der IAA in die Zukunft blicken. Der leuchtend orange zweisitzige Sportwagen von Audi fiel auf. Dabei verbarg sich die eigentliche Sensation unter dem Lack: eine vollständig aus Aluminium hergestellte Karosserie. Beeindruckend das technisches Konzept: Mittelmotoranordnung mit quer eingebautem Sechszylinder-V-Motor, permanenter Allradantrieb und ein mit hochfest legierten Außenhautbauteilen beplankter Aluminium-Rohrrahmen. Audi zeigte damit eine neue, vielversprechende Technologie. Zugleich ermöglicht Aluminium eine Gewichtsersparnis von bis zu 40 Prozent ohne Beeinträchtigung der Fahrzeugsicherheit. Dabei wird das Design durch eine sportlich-sympathische Statur aus sanften Rundungen und wenigen Geraden bestimmt. Mit der Sportwagenstudie mit Coupé- und Spydercharakter haben die Ingolstädter design- wie technikseitig Maßstäbe gesetzt. In Fachkreisen und beim Publikum sorgt die Studie für Begeisterung und führt in der Folgezeit zu einer Flut von Blindbestellungen.
2) Audi Avus quattro
Wie intensiv Leichtbau mit Aluminium verfolgt wurde, machte Audi auf der Tokyo Motor Show im Oktober 1991 erneut deutlich. Nur einen Monat nach der Präsentation des Audi quattro Spyder folgt die nächste Studie, noch extremer und radikaler. Auf Hochglanz poliert vermittelt die Automobilskulptur die Ausstrahlung eines Düsenjets. Die deutlich betonten Kotflügel zitieren die Formensprache der legendären Auto Union Rennwagen. Ein mächtiger Zwölfzylinder-Viertakt-W-Motor ist weit vor der Hinterachse, beinahe mittig im Fahrzeug angeordnet. Auch dieses Konstruktionsprinzip lässt sich bewusst auf die Auto Union Rennwagen zurückführen. Das Triebwerk soll seine Leistung von über 500 PS mit permanentem Allrad-Antrieb auf die Straße bringen und den nur 1250 kg leichten Supersportwagen in weniger als 3 Sekunden auf 100 km/h beschleunigen.


3) Audi Studie Rosemeyer
Emotion pur präsentierte Audi am 1. Juni 2000 bei der Eröffnung des Audi Pavillons in der Autostadt Wolfsburg. Mit einem Sportwagen der Superlative erinnert die Studie Rosemeyer, die allein zu Ausstellungszwecken entwickelt wurde, an den gleichnamigen Rennfahrer. Fließende, von der Aerodynamik bestimmte Linien verbinden sich fernab bekannter Designpfade mit purer Funktionalität. Die matt schimmernde Karosserie aus Aluminium reflektiert die magische Aura der Boliden. Auch die riesigen Räder in weit nach oben ausgeformten Radhäusern, der lange Radstand, Raum für zwei Insassen und der großvolumige Motor vor der Hinterachse platziert sind klare Bekenntnisse. Trotzdem bleibt die Designstudie nur eine Visualisierung des technischen Potentials der Marke: Leichtbau, ultimative Dynamik und funktionale Präzision.
4) Audi Nuvolari
Eine unübersehbare Designbotschaft elektrisierte die Besucher des Genfer Automobilsalons im März 2003: Ein Audi mit dem legendären Namen Nuvolari und einer sehr imposanten Front, nach dem Motto: „Seht her, so sportlich, so stark tritt Audi in Zukunft auf.“ Der neue Chefdesigner Walter de Silva gestaltete auf einer verkürzten A8-Plattform eine automobile Skulptur, die optische Schlüsselreize von morgen festlegt.
5) Audi Shooting Brake Concept
Im Vorfeld der Einführung der zweiten Generation des Sportcoupé TT präsentierte Audi auf der Tokyo Motorshow im Oktober 2005 die Studie Shooting Brake Concept. Sie stellt eine andere Interpretation des neuen TT-Konzeptes sowie eine weitere Festigung der noch frisch eingeführten Formensprache mit dem Singleframe-Kühlergrill seit Serienstart des Audi A6 der sechsten Generation dar. Der Shooting Brake verbindet formal die kraftvolle Dynamik eines Sportwagens mit mehr Transportraum und erhöhter Funktionalität als bei der Coupéform.

6) Audi urban concept spyder
„Wie sieht urbane Mobilität im Jahr 2020 aus?“ Auf diese Frage gab Audi im September 2011 auf der IAA eine Antwort. Zusammen mit seinem Zwilling Audi e-tron urban concept sprengen die futuristischen Kleinwagen alle bisher gängigen Audi Kategorien und zeigen einen radikal anderen Konzeptansatz. Das Fahrzeug der Zukunft wird kleiner und schont Ressourcen. Die exklusiven Fahrzeuge vereinen in sich Elemente eines City-Mobils, Fun-Cars und Rennwagens. Besonders erkennbar sind Merkmale der zigarrenförmigen Auto Union Silberpfeile, solche wie die freistehenden Räder und die schlanken Karosseriekörper. Charakteristisch ist das flache, umlaufende Fensterband. Im Inneren bietet eine um 30 cm verschobene Sitzanordnung nebeneinander zwei Personen Platz.