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Für das WIG Schweißen sind vier Faktoren maßgeblich für eine gelungene Schweißnaht.
Solange der Abstand der Nadel, der richtige Winkel, Geschwindigkeit und Temperatur konstant und gleichmäßig eingehalten werden, ist eine sichere und perfekte Naht garantiert.
Die Distanz der Nadel ist während des Schweissens immer im gleichen Abstand zum Werkstück zu führen. Dies ist die schwierigste Aufgabe beim WIG Schweissen. Daher ist eine bequeme Position für das Schweissen unerlässlich. Stützen Sie am besten beide Arme gut auf um den Brenner und den Draht gut führen zu können. Der konstante Abstand der Nadel garantiert auch eine konstante Temperatur des Schmelzbades.
Wird die Nadel zu weit von dem Werkstück weggeführt, wird der Lichtbogen breiter und schmilzt einen zu breiten Bereich des Metalls an. Ferner gelangt nicht mehr genügend Schutzgas an das Schmelzbad und damit bildet sich sehr schnell eine zerstörende Oxidschicht. Zum Verändern der Temperatur des Schmelzbades niemals die Distanz der Nadel verändern, sondern nur die Geschwindigkeit der Brennerführung.
Auch der Winkel der Brennerführung nimmt einen maßgeblichen Einfluss auf das Ergebniss.
Zwei Winkel sind beim WIG Schweissen zu beachten. Zum einen der Winkel der Brennerhaltung im Verhältnis zum Werkstück, zum zweiten der Winkel der Brennerführung. Beide Winkel beeinflussen Einbrenntiefe und Form der Schweissnaht.
Der Führungswinkel beeinflusst ebenfalls die Temperatur des Schmelzbades. Ein steiler Winkel erzeugt eher eine hohe Temperatur und einen tiefen Einbrand während bei einer flacheren Führung des Brenners der Lichtbogen gestreut wird und daher der Einbrand eher flach bleibt. Der Brenner sollte aber niemals flacher als 35° zum Werkstück geführt werden.
Der Schlüssel zu einer konstanten und sauberen Schweissnaht liegt in der konstanten Führungsgeschwindigkeit des Schweissbrenners. Auch der Schweissdraht sollte im gleichbleibenden Rhythmus in das Schmelzbad eingetaucht werden. Bei dünnen Blechen wird der Brenner geradlinig über das Werkstück geführt. Bei dickeren Blechen sollte der Brenner Kreisförmig oder Z-förmig über das Werkstück geführt werden.
Die Schmelzbad Temperatur steht aber auch in Abhängigkeit zu der Führungsgeschwindigkeit des Brenners. Je schneller der Brenner geführt wird, desto geringer ist die Temperatur des Schmelzbades, je langsamer der Brenner geführt wird, desto höher ist die Temperatur. Daher lässt sich die Temperatur des Schmelzbades durch die Geschwindigkeit des Brenners steuern.
Hauptsächlich hängt aber die Kontrolle der Temperatur von dem eingestellten Schweiss-Strom ab. Je höher der Schweissstrom, desto höher auch die Temperatur. Der Schweissstrom steht in unmittelbarer Abhängigkeit zu der Materialstärke des Werkstückes. Aber auch die verwendete Elektrode muss auf die Stromstärke abgestimmt sein. Eine zu dünnen Elektrode kann bei einem zu hohen Schweissstrom zu sehr erhitzt werden und wird dadurch beschädigt.
Stumpfnaht ohne Füllerdraht
Stellen Sie zwei Bleche so auf, dass sie im 45° Winkel aneinander stehen. Die Aufgabe besteht darin, die obere Stoß-Kante durchgehend ohne Füllerdraht zu verschweißen. Setzen Sie auf der einen Seite einen Punkt um die Bleche zu fixieren. Auch die zweite Ecke wird so fixiert, dass die Bleche gerade aneinander und ohne Überstand oder Lücke miteinander verbunden sind.
Nun soll die obere Kante durchgehend geschweißt werden. Der Brenner wird in einem 60° Führungswinkel geführt. Üben Sie die richtige Führungsgeschwindigkeit und das konstante Halten des Abstands der Elektrode zum Werkstück. Die Naht soll am Ende gleichmäßig durchgezogen sein. Beginnen Sie mit einem niedrigen Schweissstrom. Variieren Sie den Schweissstrom und beobachten Sie die Auswirkung auf den Schweissfluss.
Die Stoß-Naht in der Wannenposition
Sollen zwei Bleche durch eine I-Naht miteinander verbunden werden, müssen vorerst die Bleche mit einander fixiert werden. Anschließend wird die Naht stechend geschweißt. Der Lichtbogen wird gezündet und so lange auf einer Stelle gehalten, bis sich ein flüssiges Schmelzbad bildet. Erst jetzt kann der Brenner weiter geführt werden. Mit dem Schweissdraht wird immer am Rand der Schmelze Material zugegeben.
Die richtige Führung des Schweissdrahts sollte vorher geübt werden. Mit zwei Fingern wird der Draht durch die Hand geführt. Der Daumen führt den Draht in die richtige Richtung. Am besten ist es, die Hand zur Führung des Drahtes fest aufzulegen. Halten Sie mit der Hand etwas Abstand von dem Schmelzbad und lassen Sie den Draht etwas länger, denn es entstehen sehr hohe Temperaturen am Schmelzbad.
Gegen Ende der Schweissnaht wird der Strom wieder abgesenkt. Achten Sie darauf dass am Ende der naht genügend Material zugegeben wird. Ein leicht erhöhter Grat stabilisiert und verhindert das Einreißen der Schweißnaht. Der Brenner wird so lange auf der Stelle gehalten, bis die Gasnachströmzeit abgebrochen ist.
Die richtige Schweissnaht weist auf der Oberseite eine flache gewellte Raupe auf und an der Unterseite ist eine schmale gleichmäßige Naht zu erkennen.
