Derzeit Fahren auf Deutschlands Straßen knapp 300 000 Klassiker mit H-Kennzeichen. Der technische Zustand der Oldtimer ist dabei häufig besser als der vieler jüngerer Alltagfahrzeuge, wie die Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ) feststellte.
85 Prozent der Fahrzeuge mit H-Kennzeichen im Alter von 30 bis 40 Jahren erhalten von der GTÜ bei der fälligen Hauptuntersuchung die neue Prüfplakette bereits im ersten Anlauf. Zum Vergleich: Bei Fahrzeugen im Alter von 20 bis 30 Jahren – den so genannten Youngtimern – erhält jedes dritte Fahrzeug keine neue Prüfplakette.
„Auch wenn Oldtimer meist nicht mehr im Alltagsbetrieb eingesetzt werden – und insbesondere bei winterlichen Straßenbedingungen in der Garage bleiben – zeigt diese Entwicklung doch deutlich, dass die Besitzer von Oldtimern mit H-Kennzeichen ihren Fahrzeugen durchaus das zum Erhalt erforderliche Maß an Pflege und Wartung zukommen lassen“, betonte GTÜ-Oldtimerexperte Peter Deutschle heute bei der Präsentation der Oldtimer-Mängelstatistik.
Ein Blick auf die Mängelquoten des Jahres 2012 macht die Unterschiede der einzelnen Alterklassen deutlich: Bei Pkw bis zu neun Jahren sind 45 Prozent der Fahrzeuge mit Mängeln unterwegs. Bei zehn bis 19 Jahren schnellen die Mängelzahlen in die Höhe. Hier finden die Prüfingenieure bei 62 Prozent der Fahrzeuge Mängel. Noch eklatanter sind die Mängel bei den 20 bis 29 Jahre alten Pkw, den Youngtimern: Hier weisen drei Viertel der untersuchten Fahrzeuge Mängel auf.
Ein ganz anderes Bild zeigt die Mängelstatistik mit Erreichen des Oldtimeralters. In der Altersklasse über 30 Jahre mit H-Kennzeichen sinkt die Zahl der Fahrzeuge mit Mängeln auf rund 50 Prozent. Der Anteil der erheblichen Mängel erreicht mit rund 15 Prozent ein absolutes Tief und liegt beim Mängelaufkommen im vergleichbaren Wert wie bei Pkws bis zu einem Alter von sieben Jahren.

