Aus neun Ländern – Deutschland, Niederlande, England, Schottland, Österreich, Frankreich, Schweiz, Tschechien, Belgien – reisen die Teilnehmer an mit ihren historischen Maschinen nach Haag an der Amper.
Die 7. Kaiserzeitausfahrt findet am Wochenende 5./6. August statt (Die gezeigten Aufnahmen stammen also aus dem Vorjahr). 80 Maschinen aus der Urzeit des Motorrads sind am Start, davon 50 Exemplare aus der Zeit vor 1918 (Kaiserzeitklasse) und 30 Maschinen aus der Zeit von 1919 bis 1924 (Sonderklasse). Die Startplätze sind so begehrt, dass innerhalb von wenigen Tagen alles ausgebucht war.
Es knattert und riecht und es ist ein Schauspiel der ganz seltenen Art. Jede Maschine hat ihre Besonderheit und trotz der scheinbaren Einfachheit der Technik ist es faszinierend, die Details zu betrachten. Der TÜV Süd begutachtet die liebevoll gehegten Schätzchen wohlwollend, bevor es am nächsten Tag zum Start in die hügelige Landschaft geht.
In diesem Jahr ist die älteste Maschine im Starterfeld eine Laurin & Klement von 1901, gefahren von Petr Hostalek aus der Tschechei. Diese Maschine wird im Jahr ca. 6000 – 8000 km gefahren und ist heute noch unglaublich zuverlässig. Die Firma Laurin & Klement ist die Wurzel der heutigen Marke Skoda.
Höchst selten sind auch die Rösler & Jauernig von 1904, die Bock & Hollender von 1905 und die Achilles von 1905 beispielsweise sind die einzigen noch erhaltenen Exemplare dieser Marken. Die Rösler & Jauernig sowie die Bock & Hollender – Maschinen wurden nur technisch überarbeitet, sind aber ansonsten sogar noch im Originalzustand erhalten.
Wundervoll restauriert wurde ein Indian Special Racer von 1911 – eine Rennmaschine, die seinerzeit bei der Tourist Trophy gefahren wurde. Ein weiteres Exemplar dieses Typs ist nicht erhalten geblieben.
Wer genau hinschaut findet viele Besonderheiten. Beispielsweise das Magnet Gespann von 1911, das eine weitestgehend unbekannte Spielform des Motorrads darstellt. Gelenkt wird nämlich aus dem Beiwagen mit einem Lenkrad. Man hat diese Art von Motorrad als Taxi eingesetzt, der Fahrgast saß hinter dem Fahrer im Beiwagen.
Bei Langstreckenrennen in Frankreich (Paris-Nizza-Paris, Tour de Franc)e wurde die Soyer von 1920 eingesetzte. Sie ist das älteste noch erhaltene Exemplar dieser untergangenen französischen Marke und im optischen Originalzustand.
Am Samstag, 5. August wird gegen 13.00 Uhr zum Prolog gestartet. Gegen 15.00 Uhr wird hinter dem Biergarten in Haag/Amper der Nachbau eines dampfbetriebenen Motorrads vorgeführt. Samstag-nachmittag ist für die Zuschauer wohl der interessanteste Teil der Veranstaltung, da die teilnehmenden Motorräder im Biergarten ausgestellt sind.
Am Sonntag, 6. August, startet die Kaiserzeitausfahrt um 10.00 Uhr. Die 80 Motorräder gehen mit jeweils einer Minute Zeitabstand auf die Strecke.
WICHTIG: Ein Einscheren von Motorradfahrern in Gruppen mit historischen Motorrädern ist ausdrücklich nicht erwünscht und gefährdet die Fahrer der historischen Maschinen außerordentlich.
Die Strecke führt von Haag/Amper zur ersten Pause nach Schweitenkirchen (ca. 11.00 Uhr). Von dort aus wird das Bauernbräu in Schrobenhausen angesteuert zur Mittagspause (ca. 12.00 Uhr). Zur letzten Pause vor der Rückkehr nach Haag/Amper wird in Ilmmünster (ca. 14.00 Uhr) gehalten.
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