Was in Italien bereits üblich ist, wird nun auch in den USA eingeführt: ein nationales Register für Historische Fahrzeuge. Als erster Wagen und somit mit der Plakette Nr. 1 ausgezeichnet wird der 1964 Shelby Cobra Daytona registriert.
Mit ihm fuhr das erste Mal ein US-Team zur ersten FIA GT Herstellermeisterschaft. In den Salzwüsten von Bonneville setzte er mehrere Geschwindigkeitsrekorde und er überschritt mit einem Alter von 50 Jahren nun die Halbe-Jahrhundert-Marke. Ein schönes Geburtstagsgeschenk für den sportlichen Oldtimer.
Die Vorbereitungen zur Einführung des Nationalen Registers für einzigartige Klassiker begannen bereits 2013 mit der Festlegung der vier Kriterien, die ein Wagen erfüllen muss, um aufgenommen zu werden. „Ein Oldtimer muss eines der geforderten Kriterien erreichen, um ins Register aufgenommen zu werden“, erklärt Mark Gessler, Präsident der Historic Vehicle Association und Mitglied der FIVA. „Dieser CSX2287 erfüllte gleich vier Bedingungen. “
Zu den vier Bedingungen zählt die Verbindung zu einem wichtigen amerikanischen Moment der Zeitgeschichte, die Verbindung zu einer wichtigen historischen Figur der amerikanischen Geschichte, das Design oder der besondere Konstruktionswert und der Informationswert des Fahrzeugs.

„Im Laufe des kommenden Jahres“, berichtet Gessler, den man in Europa unter anderem auch als erfolgreichen Teilnehmer der Mille Miglia und vom BMW Top-Event Concorso Villa d’Este kennt „plant die HVA rund zehn weitere Fahrzeuge ins National Historic Vehicle Register aufzunehmen.“ Hunderte und gar tausende Fahrzeuge sollen folgen, sobald der Nominierungsprozess der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden kann. Beachtet werden dabei keine Marken, sondern es geht tatsächlich um den einzelnen Wagen. „Es geht nur darum Fahrzeuge zu registrieren, die Verbindungen zur amerikanischen Geschichte haben“, so Gessler. „Es wird dabei ebenso Militärfahrzeuge, Rennwagen, Fahrzeuge aus dem Besitz von Persönlichkeiten oder mit interessanten Design-Highlights geben.“ Interessant: Ein Fahrzeug muss nicht zwingend original erhalten sein. „Sonst wäre unsere Liste wohl am Ende eher kurz,“ lacht Gessler. „Es geht um die Integrität des Fahrzeuges, das ist ein anderer Aspekt, als zu sagen es ist authentisch.“ Dieser Gedanke aus einer Kooperation der HVA und dem US Department of the Interior’s Heritage Documentation folgt der Idee des National Register of Historic Places, in dem mehr als 80,000 historische Gebäude in gesamt Amerika registriert sind.
Zwar entspricht das National Historic Vehicle Register nicht der Charta von Turin der FIVA, an der auch Gessler mitgearbeitet hat , aber Gessler betont, dass natürlich der Geist daraus in das neue Register einfließt.

