Kulturstädte, herrliche Landschaften, alte Schlösser, anspruchsvolle Bergstrecken auf 640 Kilometern – das ist die Oldtimer-Rallye Terre die Canossa.
Es ist nicht nur eine Wettfahrt von Parma über Lucca und Pisa nach Forte die Marmi und zurück nach Reggio Emilia, sondern eine ideale Kombination von allem, was das italienische Lebensgefühl ausmacht kombiniert mit einer gehörigen Portion Adrenalin durch den Wettkampf mit der Konkurrenz. In diesem Jahr – der siebten Ausgabe – wurden die 111 Klassiker flankiert von sieben modernen Ferraris, die zu Ehren des 70. Marken-Geburtstages mit auf Tour gingen und in einer eigenen Wertungsklasse antraten.
Kontrastreicher könnte ein Teilnehmerfeld kaum sein: vom 1923 gebauten Bentley bis zum hypermodernen Ferrari 488 Spider 70esimo, von dem nur 70 Exemplare gebaut wurden. Unter den Klassikern war auch der italienische Meister Andrea Vesco mit einem Fiat 508S Balilla Sport, copilotiert von Andrea Guerini am Start.
Sicherheit und Innovation ist eines der Themen, die die Organisatoren des Terre di Canossa Events antreiben. In diesem Jahr war die Terre di Canossa ein Pilot-Event, um die Racelink-Plattform neu zu starten – eine Satelliten-Monitoring-Lösung für Straßenrennen. „Wir halten unsere Technologieführerschaft für wichtig, denn wir beabsichtigen, unseren Kunden Neues zu bieten“, sagte Luigi Orlandini, Gründer und CEO von Canossa Events. „Deshalb haben wir uns entschieden, dass es Zeit für eine komplette Überholung der Plattform war. Ein wichtiger Aspekt ist die Sicherheit: Racelink ist ein Weg für unseren Operations Room, ständig die Position der von Wettbewerbern betriebenen Autos und von Servicefahrzeugen zu überwachen. Wenn notwendig sind wir schnell vor Ort und können unterstützen.“
Gestartet wurde im Parco Ducale. Unter Polizeibegleitung rauschte der Tross in Richtung Berge. Auf dem Varano de’ Melegari Circuit gab es die ersten Zeitprüfungen. 89 weitere sollten folgen während der kommenden Tage. Ein sportliches Unterfangen. Auf bergigen Pfaden ging es weiter bis zum Schloß Bardi und der liebevoll organisierten Pause im Borgo Val di Taro in der Emilia-Romagna. Atemberaubende Ausblicke bescherte die Passage des Passo di Cento Croci – wie der Name schon sagt: mit hundert Kurven auf 1055 Metern Höhe. Das malerische Ziel: Portovenere in Ligurien wartete zur Mittagszeit. Noch ein paar Prüfungen auf der Straße von Monte Marcello nach Punta Bianca und das Tagesziel war fast erreicht.
Am zweiten Tag starteten die Teilnehmer von Forte dei Marmi, dem beliebtesten Küstenort. Besatzungen und Autos stellten sich an der Strandpromenade auf, bevor sie nach Pisa losfuhren. Ein kurzer Blick auf den „Schiefen Turm“, das Wahrzeichen der Stadt und schon ging es weiter zum Monte Serra – fantastische Blicke über die Ebenen inbegriffen. Der helle blaue Frühlingshimmel begleitete die Teams, bis sie die alten Mauern der Stadt Lucca erreichten, ein UNESCO-Weltkulturerbe, das für diese Gelegenheit in eine perfekte Bühne verwandelt wurde. Als sich der Abend näherte, versammelten sich die Fahrzeuge auf der Piazza del Duomo Massen.
Die berühmte „Beach Party“ in Forte die Marmi mit Live-Musik und Champagner im Sonnenuntergang rundeten diesen Tag ab.
Auf dem Meer wurde die dritte Etappe der Rallye gestartet. Der Ponton des Seebades war dafür die Kulisse. Ein spektakulärer Start in in Richtung der Apuanischen Alpen. Die Konkurrenten fuhren durch den Cipollaio-Tunnel, wo die Straße an den spektakulären Marmor-Steinbrüchen vorbei führt, bevor sie neben dem Isola Santa See und dem Pradarena-Pass, dem höchsten befahrbaren Pass im Toskanisch-Emilianischen Apennin, fuhren. In alter Tradition überquerte die Oldtimer und Neo-Klassiker im letzten Teil der Strecke die Calatrava Brücken, bevor die Ankunft der Teilnehmer auf der Piazza della Vittoria in Reggio Emilia gefeiert wurde.

