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Auch 2016 eröffnete die RETRO Classics in Stuttgart die Oldtimer Saison im deutschsprachigen Raum. In acht großen Messehallen wurden Premiumfahrzeuge, Sonderausstellungen und alles rund um klassische Fahrzeuge präsentiert. In diesem Jahr war auch eine deutliche Tendenz zu den Youngtimern, Fahrzeugen die unter 30 Jahre alt sind, zu erkennen.
Wer für die kommende Oldtimer Saison ein passendes Fahrzeug suchte, konnte sicherlich auf der RETRO Classics bei den zahlreichen Händlern oder auf der Privatbörse auf der Messe Piazza fündig werden, doch Schnäppchen waren selten. Die Preise waren im Vergleich zu den vorgehenden Jahren nochmals angestiegen. Dennoch konnten sich die Händler über zahlreiche Verkäufe freuen. Deutlich erkennbar war der steigende Absatzmarkt für Porsche Fahrzeuge.
Erstmals fand auf der RETRO Classics eine Oldtimer Auktion von Classicbid statt. Das Interesse an der Auktion war sehr groß und viele Messebesucher schauten bei der Versteigerung zu. Doch war deutlich zu erkennen, dass auch bei Auktionen ein echtes Schnäppchen nicht mehr zu haben war. Zwar bleiben viele Fahrzeuge unter dem Estimate, doch zumeist unter Vorbehalt. Ob die Fahrzeuge wirklich verkauft wurden, bleibt damit noch abzuwarten.
Rund 90 000 Besucher kamen in den vier Tagen zur Messe und bestaunten die automobilen klassischen Schönheiten. Wie nicht anders zu erwarten, waren auch in diesem Jahr einige Unikate und wirkliche Überraschungen zu sehen, so zum Beispiel ein wirklich einzigartiger Meccanica Maniero 5700 GT am Stand der Firma FSP Fahrzeug Competence. Der Maniro basiert auf der Technik des Ford Mustang und wurde von einem italienischen Unternehmer in Auftrag gegeben. Die Karosserie wurde bei Michelotti gebaut. 1967 wurde das Fahrzeug auf dem Genfer Automobil Salon gezeigt. Auch ein Beweis des kunstvollen italienischen Karosseriebaus ist der MGTF mit einer formschönen Karosserie aus dem Hause Vignale. Während die Serienfahrzeuge noch offen und im Stile der Vorkriegsjahre auf den Straßen zu sehen waren, baute Vignale dieses geschlossene zeitlose Coupé. Im Foyer der Messe präsentierte sich ein Nachbau des Bugatti Armand Esders, einem über sechs Meter langem Roadster, der für den französischen Großindustriellen Armand Esders gebaut wurde. Da Esders nur Tagsüber mit dem Bugatti auf den Straßen unterwegs war, verzichtete er auf feste Scheinwerfer, denn er fand, dass die Linie des Fahrzeuges durch die Scheinwerfer zerstört würde. Die Scheinwerfer waren in einem Fach im Heck des Fahrzeugs verstaut.
Unikate aus der Automobilgeschichte waren auch in der Louwmann Museum Sonderausstellung zu sehen. Das Louwmann Museum aus Den Haag hatte einige Ausstellungs-Fahrzeuge nach Stuttgart gebracht und Atrium ausgestellt. Darunter ein formschöner Talbot Lago 150 SS Figoni & Falaschi Coupé, der elektrische Schwanen-Wagen eines Maharadschas oder auch der zentral ausgestellte Mercedes Benz 540K Rennwagen, der auch mit dem Preis „Best of Show“ ausgezeichnet wurde. Auch unter den Exponaten war der Mercedes Benz Typ Nürburg 500, der einst Kaiser Wilhelm II als gepanzerte Staatslimousine diente. Das Fahrzeug bringt ganze drei Tonnen auf die Waage.
In der US-Car Halle war einer der zwölf gebauten General Motors Futureliner zu bestaunen. In diesen riesigen Bussen wurden in den 50er Jahren die General Motors Haushaltprodukte und Entwicklungen dem Publikum auf dem Land in den USA präsentiert. Echte Rennsportgeschichte wurde durch die unterschiedlichen Veritas Modelle vermittelt. Die Exponate vermittelten dem Publikum die vielfältige Entwicklung der erfolgreichen Nachkriegsfirma Veritas. Porsche zeigte in diesem Jahr in einer Sonderausstellung die Jungen Klassiker, vom Porsche 924 bis zum 928.
Auch auf der RETRO Classics war eine deutliche Tendenz zu originalen und unrestaurierten Fahrzeugen zu erkennen. Die Preise lagen dabei meist über den Preisen gut restaurierter Fahrzeuge. Doch zwischendrin konnte man auch hier einige Exoten finden. So sollte der aus Kalifornien stammende Mercedes Benz 190SL in einem sehr zerstörten Zustand aufgrund seiner Unberührtheit und der Originalität ganze 58.000 Euro kosten. Nur, dass eine Wiederherstellung der Straßentauglichkeit bei diesem Fahrzeug in seiner Originalität nur sehr unwahrscheinlich erscheint.
Die nächste RETRO Classics findet 2017 vom 02. bis 05. März in 2017 Statt.
Das Video zur diesjährigen RETRO Classics sehen Sie in der nächsten Ausgabe der Sunday Gazette.
TEXT: Kay MacKenneth / FOTOS: Classic Car TV
