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Um es vorweg zu nehmen: Dieses Fahrzeug war der Traum eines leidenschaftlichen Rennfahrers. Egon Brütsch – Sohn eines erfolgreichen Stuttgarter Strumpffabrikanten – wollte das kleinste Automobil der Welt bauen. Es ist ihm gelungen.
Auf dem Internationalen Automobilsalon 1957 stellte Brütsch das erste fertige Brütsch Mopetta Modell der Öffentlichkeit vor. Es war ein dreirädriger, eiförmiger Einsitzer. Von vorne wirkte er eher, als wäre es ein verloren gegangener Motorrad-Beiwagen, der sich selbständig gemacht hat.
Doch Brütsch steckte viele Jahre Entwicklungsarbeit in den Kleinstwagen. Inspiriert durch die 1953 vorgestellte Chevrolet Corvette, verwendete Egon Brütsch ebenfalls Kunststoff für die Karosserie des Zwergs. Die Karosserie ist gerade einmal so groß, dass ein erwachsener Mann, mit einem Gewicht unter 75 Kilogramm, darin Platz nehmen kann. An der linken Seite findet sich der kleine 50 ccm Ilo Piano Dreigang V50 Motor mit ganzen 2,5 PS. Damit erreicht das kleine Fahrzeug eine Höchstgeschwindigkeit von ca. 40 bis 50 km/h. Bergauf wird es allerdings schon schwierig. Der Antrieb läuft über eine Kette ausschließlich auf das linke Hinterrad.
Auch die Lenkung erinnert stark an ein Moped. Kupplung und Vorderradbremse sind direkt am Lenker zu bedienen. Bei welliger Straßenoberfläche kann es passieren, dass sich der Lenker extrem aufschaukelt – was man bei Vorkriegsfahrzeugen im Englischen als „Shimming“ bezeichnet. Hier hilft nur eines – eine Vollbremsung, um den Lenker wieder zu stabilisieren.
Einen Rückwärtsgang gibt es nicht. Wenden ist mit dem Mopetta nur bedingt möglich. Auch an dieses Problem hatte Brütsch gedacht und an der Front einen griff montiert. So lässt sich die etwa 75 kg schwere Mopetta anheben und umdrehen.
Von dem Brütsch Mopetta wurden nur 14 Modelle gebaut, Jedes einzelne Modell war ein Prototyp und unterscheid sich von seinem Vorgänger. Das hier gezeigte Modell ist die Nummer 11 aus dieser Bauserie. Egon Brütsch hatte rund 100 000 Modelle in Planung. Doch er hatte weder die finanziellen, noch die personellen Möglichkeiten diesen Plan zu verwirklichen. Daher suchte er sich Partner. Kurzzeitig fand Brütsch in dem Frankfurter Unternehmer Georg von Opel einen entsprechenden Investor. Die Mopetta Fahrzeuge sollten bei dem in einer Krise steckenden Motorradhersteller Horex in Bad Homburg gebaut werden unter dem Namen Opelit. Dazu wurde die Mopetta GmbH in Frankfurt gegründet. Weiterhin war ein Werk für die Kunststoffkarosserie-Herstellung unter dem Namen Opelit Bootswerft & Kunststoff Gesellschaft geplant. Doch von Opel stieg nach einiger Zeit als Investor aus den Firmen aus. Es wurden nur zehn Mopettas in dieser Zeit gebaut. Lizenznehmer im Ausland wurden nicht gefunden.
Egon Brütsch hatte noch weitere Modelle wie den Brütsch Spatz und den Brütsch V2 entworfen und plante deren Lizenz zu verkaufen. Lediglich vom Spatz/Victoria 250 wurden 1588 Modelle in den Bayerischen Autowerken in Traunstein und im Victoria Werk in Nürnberg gebaut. Auch mit dem Brütsch V2 scheiterte der Unternehmer. Er beendete die Weiterentwicklung dieser Kleinstfahrzeuge, nutze aber sein Wissen über Kunststoffbau, um Kugelhäuser für Spielplatze zu bauen und gilt heute mit dem POLA-Fertighaus als Pionier im Bau von Fertighäusern.
























