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Porsche-Oldtimer machen froh

Piet Delport ist Professor fr Handelsrecht und verfgt ber eine Reihe von Abschlssen. Seine seit drei Jahrzehnten andauernde Affre mit Porsche jedoch ist von Leidenschaft geprgt: In den letzten fnfunddreiig Jahren nannte Piet Delport sage und schreibe einunddreiig Porsche sein eigen!

Wie er sich so dauerhaft der Marke Porsche verschreiben konnte, lsst sich rasch erahnen: Alles begann damit, dass mein Vater den VW Kfer liebte. Er kaufte jedes Jahr einen neuen Kfer, den ich natrlich immer gleich entdecken wollte. Ein Boxermotor hat einfach etwas: Er spricht ebenso den Verstand wie das Herz an.

In der Lehrerfamilie gab es eigentlich keine Schrauber- oder Technikertradition. Aus irgendeinem Grund vermutete Piets Vater aber in seinem Filius den Keim fr eine solche Leidenschaft und ermutigte ihn, genau zuzuschauen, wenn die Autos der Familie gewartet wurden. Das Drngen seines Vaters, an den Autos der Familie und spter an Traktoren zu schrauben, sollte Piet in der zweiten Lebenshlfte noch unzhlige Stunden des Glcks bescheren, in denen er unter einen Porsche rutschte und im Innenleben herumdokterte.

Als Wissenschaftler unterscheidet sich Professor Delport von den meisten Porsche-Kunden. Ich habe keine Millionen auf der Bank, um mir jederzeit das neueste Porsche-Modell zu gnnen, das auf den Markt kommt. Letztlich stehe ich am unteren Ende der Porsche-Nahrungskette: Ich kaufe immer gebrauchte Porsche, investiere aber alles in den Besitz dieser Autos, weil ich sie einfach liebe. Sie machen mich glcklich.

1983 legte Piet sich seinen ersten Porsche zu: einen 924er Linkslenker, der nicht wenige Macken hatte. Wenn man die Klimaanlage, die massiv als Alleinstellungsmerkmal beworben worden war, einschaltete, ging die Motorleistung rasch in die Knie, erinnert sich Piet. Er besitzt noch die damalige Zeitungsannonce im Original, der man ihr Alter deutlich ansieht. Aber sie zeigt, was fr ein magischer Moment das fr Piet war. Trotz all seiner Unzulnglichkeiten liebte ich dieses Auto ohne Ende. Nach wenigen Monaten stie Piet auf einer langen Fahrt nachOudtshoornmit einem LKW zusammen: Totalschaden. Fr den 924er, den er fr 18000 Rand erstanden hatte, bekam er von der Versicherung stattliche 30000 Rand, die er sofort in den nchsten 924er investierte, diesmal silberfarben und mit weniger Laufleistung, aber mehr Schmackes unter der Haube und zudem mit einer seidenen Porsche-Krawatte als Dreingabe.

Eine langjhrige Beziehung zu Porsche
Und so begann eine langjhrige Beziehung zu Porsche: Seit 1983 kauft und verkauft Professor Delport fast jedes Jahr einen gebrauchten Porsche. Die Aufzhlung der Autos, die gekommen und gegangen sind, liest sich wie eine Zeitmaschine aus Zuffenhausen: Eine Baureihe nach der anderen fand ihren Weg in Piet Delports Garage: frontgetriebene Youngtimer wie 924, 924S, 924 Turbo und 944. Dann 911er in den verschiedensten Spielarten, etwa diverse 911 Targa SC, Carrera und Turbo. Die intern 964, 993, 996 und 997 genannten Baureihen steigerten die Leidenschaft des Professors ins Unermessliche; nie wre ihm in den Sinn gekommen, etwas anderes zu kaufen.

Einige Erinnerungen aus dieser Zeit dringen an die Oberflche. 1987 brachte der Professor einen heruntergekommenen Porsche 912 nach Hause. Piet fhlte sich, als htte er ein ausgesetztes Kind gefunden: Die Wellen waren angefressen, der Motor hielt den Leerlauf nicht, und ich musste die Vergaser fast tglich nachjustieren. Ich musste dieses Auto selbst wieder herrichten und ins Licht bringen und dabei entwickelte ich einen tiefen Respekt fr Porsche. Mir wurde nmlich klar, wie verdammt gut diese Autos konzipiert sind.

Wenn Piet an ein halbes Wrack Hand anlegt, geht es um viel mehr, als darum, es einfach wieder fahrbereit zu machen. In den Achtzigern und Neunzigern bestellte der Professor die Wartungsstze fr seine Autos in Grobritannien und baute sie auch ein, sodass er seine Autos im Innersten kennenlernte. Seine Begeisterung ging so weit, dass er sich mit Porsche-Mechanikern anfreundete, nur um noch mehr ber seine Autos zu erfahren.

Der wichtigste Kunde
Daran hat sich nicht viel gendert: Professor Delport ist regelmig zu Gast bei den Porschehndlern vor Ort, wo er fast alle Mitarbeitenden in den Verkaufsabteilungen und Werksttten namentlich kennt. Im Gegenzug verblfft es ihn ein wenig, dass ihn selbst ebenfalls jeder beim Namen kennt. Die Autos sind ja schon fantastisch, aber der Service bei Porsche ist einfach unbertroffen. Egal, wie dunkel und spt es schon ist immer behandelt man mich dort, als wre ich ihr wichtigster Kunde.

Vielleicht ist er das ja auch. Er hat viele seiner Freunde und Familienmitglieder berzeugt, sich einen Porsche zuzulegen. Und bei Besuchen in den Porschezentren hat seine Leidenschaft sogar den ein oder anderen Schaufenstergucker berzeugt, sich tatschlich einen Elfer zu gnnen.

Wie in jeder Liebesaffre spielen Emotionen die entscheidende Rolle. Fr den Professor zeigt sich das in einer Begebenheit, die zeigt, was er fr sein vermeintlich letztes Auto zu tun bereit war. Im Jahr 2011 wollte er unbedingt einen brandneuen Porsche kaufen, einen 991 Porsche Carrera GTS. Nach dem Konfigurieren plante er nach Stuttgart zu fliegen, um den gesamten Fertigungsprozess zu verfolgen. Er wollte sein Auto aus der Fabrik heraus und zur Verladestelle steuern, anschlieend nach Sdafrika zurckfliegen und sein Auto auf heimischem Boden willkommen heien. Diese Autos sind wie Kinder fr mich, und ich wollte wirklich bei der Geburt meines Autos dabei sein. Die Plne nahmen Gestalt an, aber nachdem er seinen Traum-Porsche konfiguriert hatte, erkannte er, dass er sich ein solches Modell einfach nicht leisten konnte der Traum war geplatzt, was ihn bis heute verfolgt. Wenn ich etwas wirklich bereue, dann, dass ich diesen Plan nicht umsetzen konnte.

Ein Porsche muss ein Sportwagen bleiben
Heute besitzt der Professor einen Porsche Cayenne S der zweiten Generation, einen Porsche Cayenne Turbo ebenfalls der zweiten Generation und einen 997 Porsche Carrera GTS. Da er das Wachstum von Porsche ber drei Jahrzehnte hinweg verfolgt und erlebt hat, steht fr ihn auer Frage, dass ein Porsche das bleiben muss, was er immer war: ein Sportwagen.

Es ist dieses Gefhl, das sich einstellt, wenn man sich hinter das Lenkrad klemmt. Das Gefhl, das ich bei meinem ersten 924er hatte, ist genau das gleiche, das ich in jedem einzelnen meiner Porsche hatte, auch meiner aktuellen Autos, Cayenne inklusive.