Können Sie sich vorstellen, abseits der asphaltierten Straßen, auf einem stillen schlammigen Waldweg mit einem Vorkriegsfahrzeug einen Hang hinaufzufahren? So geschehen am vorletzten November Wochenende im britischen Cotswold, gelegen zwischen Gloucester und Oxford. Hier fand zum der neunte Durchlauf der VSSC (Vintage Sports Car Club) Trials statt. Dabei geht es darum, querfeldein an einem Hang mit einer Mindeststeigung von teilweise über 30% Steigungen zu bewältigen. Viel Arbeit für Mensch und Maschine.
Einhundertzehn Vorkriegs Enthusiasten, teils aus ganz Europa, traten an diesem Wochenende mit ihren Fahrzeugen zu diesem letzten Trial an. Es gilt, 13 einzelne Abschnitte zu überwinden, wobei die letzten drei Abschnitte besonders steil sind und zu den historisch legendären Hillclimb Strecken gehören, die bereits seit den 30er Jahren für solche Events benutzt werden. Gleichmäßigkeit Rallyes wie wir sie in Deutschland kennen sind in Groß Britannien kaum zu finden. Die Straßen sind zu eng und das Land zu klein. Also besinnt man sich auf Ausfahrten oder solche Hillclimbing Trials.
Ein echtes Spektakel auch für die Zuschauer. Je mehr der Vorkriegsfahrzeuge über die schlammigen Wege gefahren sind, desto schwerer für die nachfolgenden Fahrzeuge. Jedes Mittel ist erlaubt. So sitzt mal die Ehefrau auf dem Heck des kleinen Austin und springt auf und ab um den notwendigen Grip zu erzeugen oder Zuschauer springen kurzerhand ein um die schwereren Boliden aus dem Matsch zu schieben. Schlammdusche inklusive.
Natürlich sind bei diesem Sport die kleineren Fahrzeuge klar im Vorteil. Durch ihre Leichtigkeit sinken sie nicht so weit ein, aber am steilen Hang reicht dann schon mal die Leistung nicht mehr aus. Da sind die großen Boliden wiederum im Vorteil.
Erst wenn die Dunkelheit einbricht sind die letzten Fahrzeuge auf dem Trial. Aber am Ende des Tages war jeder ein Sieger. Der nächste Tag gilt dann ganz und gar der Pflege des Fahrzeugs.
