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Als der Mercedes Benz 190S 1933 erstmals auf der Internationalen Automobilmesse in Berlin gezeigt wurde, löste er keine Begeisterungsstürme aus. Er folgte dem Oberklassen Typ 350/370 und war der Vorläufer des 320.
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Obwohl der Motor des Vorgängers größer war, schaffte der Mercedes 290 S den Sprung in der gehobenen Mittelklasse. Vielleicht lag es an den zahlreichen Gestaltungsmöglichkeiten, die das Werk in Stuttgart seinen Kunden anbot. In der Preisliste von 1936 sind alleine 16 verschiedene Karosserievarianten aufgeführt.
Im Herbst 1934 wurde ein verlängertes Chassis für die 290er Modellreihe vorgestellt. Auf diesem langen Chassis baute auch das ab 1936 hergestellte Cabriolet A und der hier gezeigte offene Spezial Roadster auf. Mit seiner weichen und geschwungenen Silhouette erinnert der Spezial Roadster an das Design des 500 Spezial-Roadster – besonders gut sieht man das im Schwung des vorderen Kotflügels, der sich in einer eleganten S-Linie entlang des Fahrzeugs zieht und im typischen Heck des 290S endet.
Der Reihen-Sechzylinder-Motor wurde vom Mercedes Stuttgart adaptiert und nur leicht überarbeitet. Es handelt sich um einen langhubigen Motor mit stehenden Ventilen und einem 2867 ccm Hubraum. Damit erreicht der laufruhige siebenfach gelagerte Motor eine Leistung von 68 PS bei 3200 U/min und bringt den Roadster auf eine Höchstgeschwindigkeit von ca. 105 km/h. Ein ab 1935 verwendetes 4-Gang Getriebe überträgt die Leistung an die an Schraubenfedern gelagerte Hinterachse.
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Die besonders gute Straßenlage des Mercedes 290S gelingt durch die neuartige vordere Radaufhängung. Die beiden vorderen Räder wurden einzeln an zwei Schwinghebeln (heute würde man sie als Querlenker bezeichnen) aufgehängt. Die obere Querblattfeder wurde durch zwei Schraubenfedern ersetzt. Lediglich die untere Querblattfeder aus den Vorgängermodellen wurde belassen. Zwei Ausgleichsfedern unter dem Differentialgehäuse an der hinteren Achse gleichen die heftigen Sturzänderungen der Hinterachse unter hoher Belastung aus.
Fazit: Der außergewöhnliche Fahrkomfort und die überdurchschnittliche Straßenlage machen den weniger kraftvoll geratenen Motor wieder wett. Damals kostete der Roadster 13 000 Reichsmark und war damit so teuer wie ein großzügiges Einfamilienhaus. Heute sind die 290S Modelle sehr selten auf dem Markt und ein begehrtes Sammlerobjekt.

